Investment

Diversifikation in einer fragmentierten Welt

Januar 20266 Min.

Geopolitik, Energie, KI: Die klassische 60/40-Logik wird neu verhandelt. Ein Blick auf Bausteine, die in jedem Portfolio einen Platz verdienen.

Das klassische 60/40-Portfolio — 60 Prozent Aktien, 40 Prozent Anleihen — hat 2022 historisch verloren, weil Aktien und Anleihen erstmals seit Jahrzehnten gemeinsam gefallen sind. Seitdem fragen viele Anleger zurecht: Funktioniert die alte Diversifikationslogik überhaupt noch?

Die Antwort ist differenzierter als die Schlagzeile. Anleihen liefern bei 3 bis 4 Prozent Rendite wieder echten Diversifikationsnutzen. Aktien profitieren strukturell von Produktivitätsgewinnen durch KI, Re-Shoring und Energie-Transformation. Was sich verändert hat, sind die Korrelationen in Stressphasen — und damit die Notwendigkeit zusätzlicher Bausteine.

Gold hat sich in den letzten drei Jahren als Krisendiversifikator bestätigt und gleichzeitig stark performt — getrieben von Notenbankkäufen, geopolitischen Risiken und einem schwächeren Dollar. Eine Position von 5 bis 10 Prozent im langfristigen Portfolio ist heute begründbarer als noch vor fünf Jahren.

Sachwerte wie Immobilien (direkt oder über REITs), Infrastruktur (Energienetze, Glasfaser) und ausgewählte Rohstoffe ergänzen Aktien und Anleihen sinnvoll. Privatkredite und alternative Investments sind möglich, aber für Privatanleger aufgrund Mindestanlagen und Illiquidität meist erst ab einem siebenstelligen Vermögen sinnvoll.

Unser Prinzip: Wir bauen Portfolios als robuste Allwetter-Strategien — nicht als Wette auf das nächste Quartal. Rebalancing einmal jährlich, klare Aktienquote, breite Streuung über Regionen, Branchen und Faktoren.

Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine individuelle Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Empfehlung vereinbaren Sie gerne ein persönliches Gespräch.